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Fachanwalt Arbeitsrecht Markus Bär
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urteil beitrag

Außerordentliche Kündigung wegen Corona unzulässig

in Allgemein

Für seinen Mandanten hat Arbeitnehmeranwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Markus Bär erstritten, dass eine wegen Corona ausgesprochene außerordentliche Kündigung als unwirksam festgestellt worden ist (Urteil des Arbeitsgerichts Darmstadt, Az.: 3 Ca 191/20 vom 27.10.2020).

Der Fall – was war passiert?

Der Kläger war bereits seit 2010 bei seinem Arbeitgeber als Fachkraft beschäftigt. Mit Schreiben vom 15.04.2020 hat die Beklagte das Arbeitsverhältnis fristlos, hilfsweise ordentlich zum 31.07.2020 gekündigt. Gegen diese Kündigung hat der Kläger Kündigungsschutzklage erhoben.

Die Beklagte war der Auffassung, die Kündigung sei wegen wiederholter Verstöße gegen Sicherheitsvorgaben unter billigender Inkaufnahme einer schweren Gesundheitsgefährdung mehrerer Kollegen wirksam. Der Kläger habe sich pflichtwidrig verhalten, in dem er trotz Symptome bzw. offensichtlichen Anzeichen des Corona-Virus weitergearbeitet und versucht habe, äußere Anzeichen seiner möglichen Erkrankung zu vertuschen und sie zudem nach positiver Feststellung der Corona-Erkrankung nicht in Kenntnis gesetzt habe. Der Kläger ist dem entgegen getreten und hat vorgetragen, dass er keinerlei arbeitsvertragliche Pflichtverletzungen begangen habe, die eine fristlose bzw. ordentliche Kündigung rechtfertigt.

Wie hat das Arbeitsgericht Darmstadt entschieden?

Das Arbeitsgericht Darmstadt hat mit Urteil vom 27.10.2020 festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien weder durch die fristlose, noch durch die ordentliche Kündigung beendet worden ist.

Soweit die Beklagte die Kündigung auf den Vorwurf stützt, der Kläger habe trotz Symptomen bzw. offensichtlichen Anzeichen des Corona-Virus weitergearbeitet und habe versucht, äußere Anzeichen seiner möglichen Erkrankung zu vertuschen, ist eine Pflichtverletzung des Klägers nicht erkennbar. Der Vortrag der Beklagten ist insoweit unsubstantiiert. Soweit die Beklagte auf ein vertuschen äußerer Anzeichen durch den Kläger verweist, ist ihr Vortrag unzureichend. Der Vortrag lässt nicht erkennen, welche äußeren Anzeichen bei dem Kläger vorgelegen haben und in welcher Form er versucht haben soll, diese gegenüber seinen Kollegen „zu vertuschen“. Auch soweit die Beklagte dem Kläger vorwirft, er habe trotz Symptomen bzw. offensichtlichen Anzeichen für eine Infektion mit dem Corona-Virus weitergearbeitet, reicht der Vortrag nicht aus, um von einer Pflichtverletzung des Klägers auszugehen. Insbesondere ist nicht erkennbar, dass bei dem Kläger ein begründeter Verdacht für eine Infektion mit dem Corona-Virus vorlag. Des Weiteren führt das Arbeitsgericht aus, dass ein –einmaliger?- Hustenreiz ohne Symptome keine hinreichenden Rückschlüsse auf das Vorhandensein eines Infektion mit dem Corona-Virus und somit ein Fehlverhalten des Klägers im Hinblick auf sein weiter arbeiten zu lasse. Selbst wenn der Kläger entgegen der Beklagtenseits behaupteten Ansprache an die Belegschaft Mitte März 2020 weiter gearbeitet hätte, stellt dies vor dem Hintergrund des Vortrages des Klägers, dass er keinen Anlass hatte, vom Vorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus auszugehen, keine Pflichtverletzung dar, die eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung hätte rechtfertigen können.

Soweit die Beklagte die Kündigung auf den Vorwurf stütze, der Kläger habe sich nach positiver Feststellung der Corona-Erkrankung nicht in Kenntnis gesetzt, kann zugunsten der Beklagten das Vorliegen einer Pflichtverletzung durch den Kläger unterstellt werden. Ein Arbeitnehmer kann – unabhängig von der Beklagtenseits behaupteten Ansprache an die Belegschaft Mitte März 2020 – gehalten sein, seinen Arbeitgeber auch zum Schutze anderer Mitarbeiter über eine ansteckende Erkrankung mit dem Corona-Virus zu informieren.

Die Beklagte wäre jedoch trotz Vorliegens einer Pflichtverletzung dennoch gehalten gewesen, den Kläger vor Ausspruch einer verhaltensbedingten Kündigung zunächst abzumahnen und auf die Anordnung zu seiner Pflicht hinzuweisen. Die vorherige Abmahnung als milderes Mittel gegenüber einer außerordentlichen bzw. ordentlichen Kündigung war im Hinblick auf das Verhalten des Klägers nicht entbehrlich. Es ist nicht erkennbar, dass eine Abmahnung nicht erfolgversprechend gewesen wäre, der Kläger nach einer Kündigungsandrohung durch die Beklagte seine Pflichten als weiterhin verletzt hätte.

Auswirkung auf die Praxis der Arbeitnehmer und Betriebsräte

Das aktuelle Urteil des Arbeitsgerichts Darmstadt zeigt wie wichtig es ist, bei einer Kündigung wegen Corona, anwaltlichen Rat einzuholen. Es bedarf der jeweiligen Betrachtung des Einzelfalls um abzuklären, ob erfolgreiche eine Kündigungsschutzklage erhoben werden kann. Die zutreffenden Ausführungen des Arbeitsgerichts Darmstadt zeigen, dass eine Kündigung „wegen Corona“ nur unter sehr hohen Voraussetzungen möglich ist und der Arbeitgeber hierzu insbesondere einen konkreten d. h. substantiierten Tatsachenvortrag zu leisten hat. Eine fristlose/außerordentliche Kündigung ist die schärfste Maßnahme im Arbeitsverhältnis und unterliegt daher zurecht sehr hohen Anforderungen. Eine Abmahnung ist grundsätzlich als milderes Mittel in Erwägung zu ziehen, wenn es sich um einen durch den Arbeitnehmer steuerbares Verhalten handelt.

R e c h t s a n w a l t  M a r k u s  B ä r
F a c h k a n z l e i  f ü r  A r b e i t s r e c h t
Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und Betriebsräte

Schleiermacherstraße 10
64283 Darmstadt
Telefon: 06 151 / 951 600
Telefax: 06 151 / 951 60 – 20
E-Mail: arbeitnehmeranwalt@ra-baer.de
Internet: www.ra-baer-arbeitsrecht.de

https://www.ra-baer-arbeitsrecht.de/wp-content/uploads/2018/09/urteil-beitrag.jpg 163 400 Ra-MB-Adm https://www.ra-baer-arbeitsrecht.de/wp-content/uploads/2018/10/logo-baer-block1.png Ra-MB-Adm2021-07-19 07:05:142021-07-19 07:11:17Außerordentliche Kündigung wegen Corona unzulässig

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V R
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Yvonne Grödl
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Rudolf Grotta D'Auria
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Andreas Eckstein
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Herr Bär hat mich in einer Arbeitsrechtsangelegenheit vertreten, mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit war sehr professionell.
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Thorsten Schulz
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Sehr guter Anwalt, alles hervorragend erklärt und zu meiner vollsten Zufriedenheit umgesetzt.
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HME (HME)
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in 2026: Ich bin sehr dankbar, dass wir in Darmstadt eine so professionelle Kanzlei für Arbeitsrecht haben. Am selben Tag, an dem ich eine außerordentliche fristlose Kündigung erhalten habe, kontaktierte ich die Kanzlei. Bereits am nächsten Tag hatte ich meinen ersten Termin vor Ort. Schon im Vorfeld war das Sekretariat äußerst professionell und hilfsbereit. Per E-Mail wurde mir genau erklärt, welche Unterlagen ich mitbringen sollte. Vor Ort wurden alle Dokumente direkt kopiert, und ich erhielt die notwendigen Formulare zum Ausfüllen. Kurz darauf hatte ich ein persönliches Gespräch mit Herrn Bär. Er stellte mir direkt gezielte Fragen zu möglichen Gründen für eine fristlose Kündigung, wie Diebstahl, Beleidigung oder Betrug. Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass keiner dieser Fälle zutraf, beruhigte er mich sofort und erklärte mir, dass ich mir keine Sorgen machen müsse und die außerordentliche fristlose Kündigung sehr wahrscheinlich unwirksam sei. Genau so kam es auch: Nach dem Schreiben der Kanzlei war mein Arbeitgeber schnell bereit, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Ich habe mich während des gesamten Prozesses sehr gut beraten, ernst genommen und professionell unterstützt gefühlt. Vielen Dank an Herrn Bär und das gesamte Team der Kanzlei! In 2021: Ich habe von meinem Arbeitgeber eine fristlose Kündigung erhalten. Ich habe Herrn Rechtsanwalt Bär den komplexen Sachverhalt detailliert geschildert. Herr Bär hat mir mitgeteilt, dass aufgrund meines Verhaltens die Wirksamkeit der fristlosen Kündigung wahrscheinlich ist. Er hat mir konkret erklärt, wie es in meiner Angelegenheit gegebenenfalls doch möglich ist, zu einer Einigung zu gelangen. Auch über die entstehenden Kosten hat er mich transparent aufgeklärt. Im Laufe des Kündigungsschutzprozesses war Herr Bär für mich immer erreichbar und hat jede meiner Anfragen detailliert und kompetent beantwortet. Auch seine Mitarbeiter waren immer sehr freundlich und zuvorkommend. In dem stattfindenden Gerichtstermin hat es Herr Bär geschafft, einvernehmlich eine sehr gute Einigung für mich zu erzielen. Ich hätte nicht gedacht, dass dies trotz der schwierigen Ausgangslage möglich ist. Herr Bär hat mich aufgrund seiner fachlichen Kompetenz, seiner angenehmen, hilfsbereiten Art und seines Verhandlungsgeschickes voll überzeugt. Danke hierfür!
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Vielen Dank für das nette, direkte und vor allem ehrliche Gespräch! Ich habe mich sehr gut beraten gefühlt. Danke!
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Matthias Meyer
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Ich wurde von Dr. Markus Bär arbeitsrechtlich vertreten und bin mit seiner Arbeit äußerst zufrieden. Herr Dr. Bär überzeugt durch ein sehr hohes Fachwissen im Arbeitsrecht und eine beeindruckende Verhandlungsstärke. Er hat meinen Fall von Anfang an klar analysiert, realistisch eingeschätzt und meine Interessen jederzeit mit großer Konsequenz und Unnachgiebigkeit vertreten. Dabei war er stets verlässlich, professionell und sehr gut vorbereitet. Besonders positiv hervorheben möchte ich auch sein Team. Die Erreichbarkeit war hervorragend und Rückfragen wurden immer schnell, freundlich und kompetent beantwortet. Anliegen wurden zügig bearbeitet, sodass man sich jederzeit gut betreut gefühlt hat. Vielen Dank an Dr. Bär und sein gesamtes Team für die engagierte und erfolgreiche Unterstützung. Ich kann die Kanzlei uneingeschränkt weiterempfehlen.
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Karl Heinz
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Professionell, sympathisch und empathisch – kurzum: herausragend. Herr Rechtsanwalt Bär beurteilt Sachverhalte sehr strukturiert, behält stets den gesamten Fall im Blick und zeigt realistisch sowie transparent die rechtlichen Möglichkeiten auf. Er hat nicht nur mich, sondern auch Familienangehörige bereits mehrfach auf höchstem professionellen Niveau vertreten. Man hat jederzeit das Gefühl, dass er jedes Mandat mit vollem persönlichem Einsatz und derselben Sorgfalt behandelt, als ginge es um seine eigene Angelegenheit. Ich empfehle Herrn Rechtsanwalt Bär sowohl beruflich als auch privat uneingeschränkt weiter. Ich bin äußerst zufrieden – daher eine klare Bestbewertung.
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Mariia Niedernhoefer
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Herr Bär hat sich meinem arbeitsrechtlichen Streit mit meinem Arbeitgeber umgehend und äußerst engagiert angenommen. Sehr schnell habe ich einen Termin für ein ausführliches Erstgespräch erhalten, in dem mir alle relevanten Details verständlich und transparent erklärt wurden. Die Kommunikation verlief jederzeit zuverlässig und zeitnah, sowohl bei der Übermittlung von Unterlagen als auch bei Rückfragen. Vor Gericht wurde ich hervorragend vertreten, sodass in kürzester Zeit eine sehr gute Einigung erzielt werden konnte. Uneingeschränkte Weiterempfehlung im Bereich Arbeitsrecht. Vielen Dank
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Rechtsanwalt Markus Bär

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